Neben Rollenspiel-Titeln und Point & Click-Adventures sind mir Horror-Games die liebsten Vertreter im reichhaltigen Dschungel der verrückten Videospiele-Welt. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass ich sehr neugierig wurde, als ich das erste Mal von „Moons of Madness“ erfuhr: Ein Singleplayer-Horror-Spiel mit Science-Fiction-Elementen, welches auf dem Mars spielt und sich ähnlicher Motive wie von H.P. Lovecraft bedient? Geladen, gestartet, gespannt.

Moons of Madness: Die Story
In „Moons of Madness“ übernehmen wir die Rolle des Ingenieurs Shane Newehart (kein Schreibfehler, mir hätte „Newheart“ auch besser gefallen), welcher sich auf dem roten Planeten um die Instandhaltung der Forschungstation „Trailblazer Alpha“ kümmert. Geplagt von schrecklichen Albträumen und unheilverkündenden Visionen saugt uns das Spiel gleich zu Beginn in seine düstere und einnehmende Atmosphäre. Die Raumstation erscheint uns durchzogen von dunklen Tentakeln und widerlichen Gewächsen, welche die hellen Wände wie pechschwarze Parasiten überwuchern.

Plötzlich erwachen wir aus diesem Albtraum, kommen wieder zu Sinnen, bestaunen unser detailliert eingerichtetes Quartier (mit einem ziemlich gelungenem Widescreen-Monitor, an dessen Design sich Hersteller gerne ein Beispiel nehmen dürfen), erfahren mehr über uns selbst und die Geschichte des Spiels, indem wir diverse Notizen und Gegenstände betrachten, erkunden die beeindruckende Raumstation und gehen auf verschiedene Außenmissionen, um der Station wieder Strom und Kommunikationsmöglichkeiten zu bescheren, indem wir beispielsweise eine Satellitenanlage reparieren.
Während unserer Abwesenheit hat sich mittlerweile das Resultat eines geheimen Wissenschaftsprojektes in den Gängen unserer Raumstation breit gemacht, unsere Halluzinationen werden intensiver, nehmen in ihrer Häufigkeit zu, eine mysteriöse Hexe scheint die Station zu terrorisieren, Realität ist kaum noch von der Wirklichkeit zu unterscheiden, die Anlehnungen an Horrorgeschichten von H.P. Lovecraft werden immer deutlicher.
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Moons of Madness: Das Gameplay

Fortan rennen wir, schleichen wir, flüchten vor dunklen Gestalten, werden von obligatorischen Jumpscares überrascht, verstecken uns, zittern vor Aufregung, reden mit uns selbst, lösen verschiedene Puzzle und tauchen tiefer ein in die verstörende Story des Spiels. Zwischen nervenaufreibenden Szenen folgen auch mal Phasen der Ruhe, welche uns aufatmen lassen.
Dem Spiel gelingt es gut, eine bedrückende Atmosphäre aufzubauen und erinnerte mich stellenweise an eine interessante Mischung aus dem Psycho-Wahnsinn von „Layers of Fear„, der Beklemmung von „Alien: Isolation„, dem Mythos von „Call of Cthulhu“ und diversen Walking-Simulatoren. Allerdings finden sich im Spiel meiner Meinung nach zu viele Verfolgungsjagden, zu wenig Abwechslung im Gameplay und vor allem die zweite Hälfte des Spiels fühlte sich für mich an, als musste das Spiel möglichst schnell fertiggestellt werden – in der zweiten Hälfte fehlte es an originellen Überraschungen, an spielerischer Abwechslung und interessanten, unerwarteten Story-Elementen – rein grafisch präsentiert sich das Spiel für meinen Geschmack allerdings großartig. Womöglich hätte dem Spiel aber etwas mehr Produktionszeit gut getan.

Mein Fazit
Wer auf Horror-Spiele steht und sich ohnehin regelmäßig durch die Neuerscheinungen dieser Kategorie wühlt, dem kann ich „Moons of Madness“ ohne schlechtes Gewissen empfehlen, da es unter der riesengroßen Auswahl an (teilweise grottenschlechten) Horror-Titeln zu den besseren Vertretern des Genres gehört, wenngleich leider auch viel Potential – vor allem in der zweiten Hälfte des Spiels – verschenkt wurde.
