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In „Returnal“ schlüpfen wir in die Haut der Astronautin Selene, welche gleich zu Beginn des Spiels Schiffbruch auf dem fremden Planeten Atropos erleidet. Unser Raumschiff wird dabei zerstört und wir finden uns inmitten von düsteren Ruinen einer unbekannten Alien-Zivilisation wieder. Mein erster Eindruck dieser fremdartigen Welt, ihrer beeindruckenden Architektur und einnehmenden, geheimnisvollen Atmosphäre hat mich augenblicklich an eben jene Filmreihe „Alien“ und ihren beiden Prequels „Prometheus“ und „Alien: Covenant“ erinnert.

Es dauert nicht lange bis wir eine Leiche in einem merkwürdig vertrautem Raumanzug finden, deren Helm mit unserem eigenem Namen beschriftet ist: Selene. Was geht hier vor? Wie kann das sein? Gleich neben der Leiche finden wir eine funktionstüchtige Handfeuerwaffe, die wir sogleich an uns nehmen und unser Abenteuer beginnen.
Returnal: Arcade-Action der neuen Generation
Die anfängliche Ruhe nach unserem Absturz währt nicht lange und schon werden wir mit ersten Gegnern konfrontiert, welche uns mit leuchtenden, auf uns gleichmäßig zuschwebenden Geschossen überfluten, welchen wir wie in klassischen 2D-Retro-Arcade-Shootern gekonnt und schnell ausweichen müssen – nur eben in Form eines modernen Next-Gen Third Person-Action-Adventures. Hier erkennt man auch die Ursprünge des einstigen Indie-Entwicklers Housemarque, der mit 2D-Arcade-Titeln wie „Resogun“ und „Super Stardust“ Aufmerksamkeit auf sich zog und jetzt in enger Zusammenarbeit mit Sony Entertainment ihren ersten AAA-Titel verwirklicht hat.

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Der Tod ist erst der Anfang
Nach unserem ersten Ableben wird der Titel des Spiels bildschirmfüllend eingeblendet und wir durchleben unserem Absturz auf den Planeten Atropos erneut – und uns wird schnell klar, dass wir uns in einer Zeitschleife befinden. Das Spiel beginnt erneut an unserer Absturzstelle, doch die Umgebung und Platzierung unserer Gegner verändern sich jedes Mal wieder. Nach jedem Tod generieren sich die Level neu, was den Wiederspielwert erhöht und uns immer wieder herausfordert. Das Action-Adventure gehört zum Genre der Rogue-like-Spiele, was bedeutet, dass wir nach jedem Tod so gut wie all unsere Ausrüstung, Gesundheitsboni und unser Inventar verlieren und von vorne beginnen müssen.

Eine Möglichkeit zum Speichern bietet das Spiel übrigens nicht. Allerdings finden sich gewisse Gegenstände, die dauerhaft im Inventar bleiben und Orte, die uns bleibenden Fortschritt sichern, sobald wir diese erreicht haben. Das Spiel besteht aus sechs Arealen, an deren Ende uns herausfordernde Bossgegner erwarten, deren Bezwingen uns den dauerhaften Fortschritt im Spiel verspricht. Tipp: Eine Alternative zum Speichern im Spiel stellt übrigens das Versetzen der Playstation 5 in den Ruhezustand dar – beispielsweise, wenn man während dem Spielen unterbrochen wird und später weiterspielen möchte.
Die bittersüße Eleganz von Frust
Returnal fordert vom Spieler viel Geschick, Konzentration, Fingerfertigkeit und eine hohe Frustrationstoleranz, denn es kommt nicht selten vor, dass uns nach einer Stunde voller Durchhaltevermögen der plötzliche Tod ereilt und wir das Areal erneut von vorne beginnen müssen und dabei der gesamte Fortschritt der letzten Stunde verloren geht. Umso erfüllender und belohnender ist dann jedoch das aus Spielen wie „Dark Souls“ bekannte Gefühl, den Endboss nach vielen Versuchen endlich besiegt zu haben und fortzuschreiten.
Leider ist das Speicher-System unnötig gnadenlos gestaltet: Wenn man sich bereits über eine Stunde für eine schwere Runde genommen hat, dann aber das Spiel unterbrechen möchte, so gibt es keinerlei Möglichkeit, das Spiel kurzerhand manuell zu speichern, um an genau dieser Stelle später weiterspielen zu können. Auf das Spiel selbst hätte solch eine Speicherlösung keinen negativen Einfluss. Stattdessen besteht derzeit nur die Möglichkeit, die Playstation 5 in den „Ruhemodus“ zu versetzen, um später weiterspielen zu können – was ich für komplett unnötig halte.

Durch in den Leveln verstreute Tonaufnahmen erfahren wir mehr von der mysteriösen Hintergrundgeschichte von Returnal und decken Geheimnisse auf, stets aufgezeichnet und gesprochen von unseren in vorherigen Anläufen verstorbenen Selene. Die Story des Spiels ist zwar interessant, bleibt dabei aber dezent im Hintergrund – hier hätte ich mich als großer Freund von Story-Games über mehr Tiefgang und vor allem Umfang gefreut.
Der Dual Sense Controller als Highlight
Returnal bietet im Laufe des Spiels erwartungsgemäß eine schöne Auswahl an verschiedenen Waffen, welche im futuristischem Science-Fiction-Design an Pistolen, Shotguns, Maschinengewehre und mehr erinnern. Diese lassen sich durch unzählige Upgrades weiter verbessern, wodurch ihr neben dem Erreichen neuer Areale stets das motivierende Gefühl von Fortschritt erlebt, selbst wenn Ihr auf dem Weg dorthin immer wieder den frustrierenden Heldentod sterbt. Dabei dürft Ihr auch das haptische Feedback des Next-Gen Dual Sense Controllers erleben, welcher das Prasseln von Regentropen ebenso simuliert wie das kribbelnde Gefühl einzelner Körner eines Sandsturms. Mit der linken Schultertaste des Controllers verwendet Ihr die Primärfunktion Eurer Waffe. Die Sekundärfunktion kommt zum Einsatz, indem Ihr den deutlich spürbaren Widerstand der Schultertaste auf halber Strecke überwindet und auf diese Weise beispielsweise auf Raketen oder Granaten zugreift.

Returnal: Mein Fazit
Returnal ist ohne Frage ein schweres Spiel ohne einstellbaren Schwierigkeitsgrad und richtet sich an geduldige Spieler mit einer hohen Frustrationstoleranz. Dies ist aber nicht unbedingt als negativer Kritikpunkt zu sehen, sondern liegt schlichtweg in der Natur des Spiels, in welcher der unweigerliche Tod der Spielfigur ein wichtiger Bestandteil des herausfordernden Spielkonzeptes ist.
Mich haben vor allem die dichte und düstere Atmosphäre des Spiels, das gelungene Gegner-Design, die einnehmende Soundkulisse, die hervorragende Nutzung der haptischen Eigenschaften des Dual Sense Controllers und die durch Raytracing unterstützte Darstellung in 4K mit flüssigen 60 Bildern pro Sekunde beeindruckt.
Allerdings findet sich in Returnal kein ordentliches Speichersystem. Dies führt leider dazu, dass während einer langen, anstrengenden Runde mittendrin nicht kurz gespeichert werden kann, um später von dieser Stelle aus weiterzuspielen. Der einzige Workaround: Man versetzt die PS5 unnötigerweise in den Ruhemodus. Das kann besser und fairer gelöst werden – vor allem für Spieler, die auch noch ein Leben außerhalb von Spielen haben.
Für mich stellt Returnal dennoch das erste echte Next-Gen Spiel der Playstation 5 dar und kann es allen Spielern mit hoher Frustrationstoleranz empfehlen!
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