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Mit „The Excavation of Hob’s Barrow“ haben Entwickler Cloak and Dagger Games und Publisher Wadjet Eye Games ein Point & Click Adventure veröffentlicht, welches durch eine spannende Folk-Horror-Story, eine unbehagliche Atmosphäre und Retro-Pixel-Optik überzeugen möchte. Wie manche von Euch wissen, bin ich ein großer Point & Click Adventure Freund und mit Klassikern wie „Monkey Island„, „Day of the Tentacle“ und „Indiana Jones and the Fate of Atlantis“ aufgewachsen – daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass „The Excavation of Hob’s Barrow“ sofort meine Aufmerksamkeit gewann.

The Excavation of Hob’s Barrow: Die Story
Wir schlüpfen in die Rolle der Archäologin Thomasina Bateman, welche gleich zu Beginn des Spiels an einem verregnetem Tag mit dem Zug im entlegenen Nest Bewlay ankommt. Ein mysteriöser Brief eines Fremden hat uns dazu eingeladen, ein Hügelgrab in der Nähe des verschlafenen Dorfes zu untersuchen und auszuheben. Leider findet sich dort entgegen seiner Ankündigung von unserem Gastgeber keine Spur und auch die anwesenden Einwohner scheinen nichts von dem Hügelgrab wissen zu wollen. Bereits zu diesem Zeitpunkt umhüllt uns das Point & Click Adventure gekonnt mit einem unbehaglichen Nebel aus dumpfer Vorahnung und dem unangenehmen Bauchgefühl, dass in diesem Dorf irgendetwas nicht stimmt.

Das Spiel lässt sich zu Beginn bewusst seine Zeit und gibt Spielern die Möglichkeit, allmählich in die einnehmende Atmosphäre des Spiels einzutauchen, ganz behutsam und doch so unheimlich effektiv, so dass es sich anfühlt, wie wenn man an einem verregnetem Sonntag ein spannendes Buch liest, dabei alles um einen herum vergisst, während der Regen gegen das eigene Fenster prasselt. Sowohl die gewitzte, entschlossene und durchsetzungsstarke Protagonistin als auch alle weiteren Charaktere des Spiels zeigen ihre ganz eigenen Charakterzüge und sind allesamt in englischer Sprache professionell eingesprochen (mit optionalen englischsprachigen Untertiteln).
Ein Point & Click Adventure lebt vor allem von seiner Geschichte und daher möchte ich an dieser Stelle lieber zu wenig als zu viel darüber schreiben. Ich empfehle Euch, ganz ohne Erwartung und möglichst wenig Vorwissen über die Geschichte in dieses Spiel zu starten – denn auf diese Weise entfaltet es seine größte Wirkung!
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Das Gameplay: Ein klassisches Point & Click Adventure
„The Excavation of Hob’s Barrow“ präsentiert sich als klassisches Point & Click Adventure mit Retro-Pixel-Optik mit moderner und leicht zugänglicher Bedienung: Mit einem einem rechten Mausklick untersucht man Objekte, mit einem Linksklick verwendet man diese, während der Betätigung der Leertaste werden vorübergehend alle Objekte einer Szenerie eingeblendet, mit denen man interagieren kann und ein Doppelklick auf Ausgänge lässt Spieler schnell zur nächsten Szene wechseln, ohne darauf warten zu müssen, dass unsere Protagonistin gemütlich dorthin spaziert. Außerdem bietet „The Excavation of Hob’s Barrow“ eine praktische Karte an, über welche man schnell und einfach zwischen verschiedenen Orten springen kann – sehr komfortabel, angenehm und zeitsparend. In einem Notizbuch werden automatisch wichtige Erkenntnisse und Aufgaben niedergeschrieben – sehr hilfreich, falls man im Spiel an einer Stelle doch mal nicht so recht weiß, was als Nächstes zu tun ist.

Point & Click Adventures leben von ihren Rätseln und diese sind in „The Excavation of Hob’s Barrow“ logisch aufgebaut und abwechslungsreich. Gegenstände lassen sich wie üblich über das übersichtliche Inventar miteinander kombinieren und anderen Charakteren im Spiel (oftmals auch recht amüsant) präsentieren, um an zusätzliche Informationen zu gelangen, die oftmals zur Lösung eines Rätsels führen. Daher lohnt es sich häufig, bereits besuchte Orte noch einmal zu untersuchen und erneut Gespräche mit Nebenfiguren zu führen und mit Ihnen über neue Erkenntnisse zu plaudern.
Die Grafik: Nostalgische Retro-Pixel-Optik
Ich liebe Point & Click Adventures. Ob sie sich nun in zeitgemäßer und moderner hochauflösender Comic-Grafik wie in den letzten beiden „Leisure Suit Larry„-Teilen präsentieren, in realistischer 3D-Optik wie in „Syberia – The World Before“ oder ganz reduziert in gekonntem Retro-Pixel-Design. Trotzdem fasziniert mich vor allem die letztere der genannten Arten ganz besonders: Pixel-Optik lässt mehr Raum für Fantasie, mehr Raum für die eigene Vorstellungskraft, weil fehlende Details vor allem in der Erinnerung ganz individuell hinzugefügt werden – wie bei einem guten Buch, welches auch nur aus einzelnen Zeichen, Worten, Sätzen, aus einfacher Druckerschwärze auf Papier bestehen, aber trotzdem lebendige, farbenfrohe, laute oder leise Welten in unseren Köpfen entstehen lassen. Oftmals ist weniger einfach mehr.

Auch „The Excavation of Hob’s Barrow“ profitiert von diesem Effekt: Die grafische Umsetzung ist gelungen und trägt deutlich zur düsteren und gruseligen Atmosphäre des Spiels bei. Allerdings hätte ich mir teilweise flüssigere Animationen gewünscht und weniger Schwarzblenden, in welchem man eigentlich außergewöhnliche Animationen erwartet. Das Spiel wird hin und wieder durch überraschende Nahaufnahmen von Charakteren aufgelockert, welche vor allem für dramatische Effekte in unheimlichen Situationen gebraucht werden. Diese Zwischensequenzen fallen grafisch in der Qualität meiner Meinung allerdings deutlich ab – unterstreichen aber dennoch die unbehagliche Stimmung des Adventures.

The Excavation of Hob’s Barrow: Mein Fazit
Mit „The Excavation of Hob’s Barrow“ haben Entwickler Cloak and Dagger Games und Publisher Wadjet Eye Games eine Perle unter den Point & Click Adventures erschaffen, die ich jedem Adventure-Freund wärmstens empfehlen kann. Vor allem aber denjenigen, die bereits andere von Wadjet Eye Games veröffentlichten Retro-Point & Click Adventure Titel wie die gelungene „Blackwell„-Spielereihe oder „Unavowed“ genießen durften. Vor allem aber auch Spieler, die mit Klassikern wie „Indiana Jones and the Fate of Atlantis“, der „Monkey Island“-Reihe, „The Dig“, „The Longest Journey“ oder „Day of the Tentacle“ aufgewachsen sind, sollten sich „The Excavation of Hob’s Barrow“ unbedingt anschauen.
